13.11.2017

Wie der AWO Bezirksverband Brandenburg Ost e.V. seine Auszubildenden auf die Pflegepraxis vorbereitet

Viele Betriebe haben Schwierigkeiten Auszubildende zu finden, da es allgemein an geeigneten Bewerbern fehlt. Gerade die Pflegebranche ist von einem Mangel an geeigneten Auszubildenden betroffen. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung fehlen im Land Brandenburg im Jahr 2030 bis zu 18.000 Vollzeitstellen in der Altenpflege. Das gesellschaftliche Bild des Pflegeberufes trägt hierbei einen entscheidenden Anteil bei, aber auch die Bezahlung der Auszubildenden.
Dank der Tarifeinigung zwischen der AWO Tarifgemeinschaft Brandenburg und der Gewerkschaft ver.di werden die Auszubildenden der AWO Brandenburg Ost e.V. ab Oktober 2017 im Tarifwerk integriert. Das heißt, die monatliche Ausbildungsvergütung steigt auf bis zu 1.075 €, dazu kommt eine Jahressonderzahlung sowie ein VBB-Jahresabo. Mit diesem Ticket fahren unsere Auszubildenden mit dem öffentlichen Nahverkehr kostenlos durch Berlin und Brandenburg. Damit bietet die AWO eine Unterstützung zur Mobilität der Auszubildenden.

Neben der Schwierigkeit Nachwuchs zu finden, wirken sich Ausbildungsabbrüche negativ auf die Sicherstellung des Bedarfs an zukünftigem Fachpersonal aus. Daher ist es wichtig, die Auszubildenden engmaschig und fachlich zu begleiten. Daher veranstaltet der AWO Bezirksverband Brandenburg Ost e.V. seit nunmehr drei Jahren im Anschluss an den ersten vierwöchigen Schulblock für die neuen Auszubildenden einen „Kick-off-Workshop Altenpflege“, um ihnen den Start in das berufspraktische Arbeitsfeld zu erleichtern.

Einerseits wird hierbei im Rahmen eines Trainings die noch unklare Rolle als Auszubildende/r in der jeweiligen Einrichtung erarbeitet. Fragestellungen wie die Reflexion der eigenen Stärken und Schwächen, der Motivatoren aber auch die Demotivation werden behandelt und entsprechende Methoden zur Bewältigung von Konflikten, Unsicherheit und Ängste vorgestellt und geübt. Zudem durchlaufen die Auszubildenden einen Selbsterfahrungs-Parcours. Mithilfe des Einsatzes eines Alterssimulationsanzuges werden Begegnungen aus Alltagssituationen nachgeahmt. So können die Auszubildenden leichter nachempfinden, wie schwer es im Alter sein kann, morgens aus dem Bett zu steigen, oder wie hinderlich Treppenstufen sein können.